Ringblitz im Eigenbau
Ein Ringblitz Aufsatz zum selber basteln
Anmerkungen
Im Folgenden möchte ich zeigen, wie man sich für seinen Aufsteckblitz einen Ringblitzadapter bauen kann, der für die Makrofotografie geeignet ist. Hierbei ist die Anleitung von den Maßen auf eine Olympus E-510 in Kombination mit dem Blitz Olympus FL-50 und einem Teleobjektiv mit Achromat ausgelegt. Die Maße können aber natürlich auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten werden. Bei einem richtigen Makroobjektv wie dem ZD 35mm kann es im Randbereich zu Abschattungen kommen, weil der Blitz zu weit nach vorne herausragt.
Die gesamte Konstruktion wurde von mir selbst entwickelt und die Anleitung darf ohne mein Einverständnis nicht an anderer Stelle veröffentlicht werden, ein Link auf meine Seite ist aber stets willkommen. Für die Funktionalität des Adapters kann ich keine Garantie übernehmen - mir selbst hat er hervorragende Dienste erwiesen. Ein Ersatz für einen echten Ringblitz ist die Konstruktion natürlich dennoch nicht.
Rückmeldungen, Anregungen und Verbesserungsvorschläge sind natürlich sehr willkommen und werden ggf. gerne in der Anleitung aufgenommen. Schreibt mir dazu einfach eine Mail oder tragt euch ins Gästebuch ein.
Benötigte Materialien
- 1 Bastelkarton (schwarz)
- 1 Spiegelklebefolie (alternativ Alufolie)
- Tesafilm
- Heißkleber
- Plastikteller (Durchmesser > 15 cm)
- matter schwarzer Autolack (optional)
Bauanleitung
(1) Die Spiegelfolie auf eine Seite des Bastelkartons kleben.
(2) Die Objekte gemäß der Skizze (zum Vergrößern ins Bild klicken) aus dem beklebten Karton ausschneiden. Eine Schablone für die Teile A und B kann hier heruntergeladen werden (man beachte, dass A und B spiegelverkehrt sind).
(3) Die Teile A,B,C und D entsprechend der Skizze falten beziehungsweise biegen (Dunkelgrau entspricht der Kartonseite, blau der spiegelnden).
(4) Die Teile A,B,C und D entsprechend der Skizze mit Tesafilm von innen(!) zusammenkleben. Je genauer man die Teile dabei aneinander anpasst, desto besser wird am Ende das Ergebnis. Im Vergleich zur Skizze sollte der Tesa dabei die jede Kante komplett abdecken. Auf der Außenseite keinen(!) Tesa anbringen.
(5) C und D sind etwas zu lang bemessen, so dass nach dem Zusammenkleben Kanten überstehen. Diese können nun ggf. abgeschnitten werden.
(6) Die Teile E,F und G entsprechend nebenstehender Skizze aus dem beklebten Karton ausschneiden. Dabei ist es egal, an welcher Stelle in Teil F die Einkerbung genau ist.
(7) E und F entsprechend der Skizze biegen und - ohne Überlappung - mit Tesa zusammenkleben.
(8) E an den inneren Kreis von G an den spiegelnden Seiten der beiden Teile mit Tesa befestigen, wiederum sollte die gesamte Verbindungskante von Tesa zugedeckt werden. Dasselbe wird anschließend mit F an dem äußeren Kreis von G wiederholt. Hierbei zeigt die Einkerbung von F Richtung G (vgl. Skizze). In beiden Fällen keinen(!) Tesa an die schwarzen Außenflächen anbringen.
(9) Die beiden nun entstandenen großen Teile werden entsprechend der Skizze zusammegesteckt. Hierbei werden die Laschen des Kopfstücks durch den Einschnitt des Rings geschoben. Anschließend werden die Teile an den Spiegelflächen mit Tesa aneinander geklebt. Wiederum soll an die äußere schwarze Fläche kein Tesafilm angebracht werden.
(10) Die Kanten, die von Innen mit Tesafilm verklebt wurden, werden nun von außen mit Heißkleber lückenlos zusammengeklebt. Nachdem der Heißkleber getrocknet ist, können die schwarzen Flächen und die Heißklebekanten optional mit dem schwarzen Autolack lackiert werden (hierbei sind die spiegelnden Flächen natürlich abzudecken). Nun sollte der Ringblitz in etwa wie rechts im Bild aussehen.
(11) Aus dem schwarzen Karton (nicht notwendigerweise beklebt) ein Objekt entsprechend der Skizze ausschneiden. Hierbei spielt es wiederum keine Rolle, an welcher Stelle die Einkerbung ist. Anschließend klebt man den Streifen mit Tesa zu einem Ring zusammen. Dieser soll später von außen über den Ring des zuvor gebastelten Teils geklemmt werden. Da sich beim Bastelvorgang der Karton etwas verzerrt haben kann, kann es sich lohnen, die 47,5cm sicherheitshalber zuvor nochals nachzumessen. Der Ring kann optional wieder lackiert werden.
(12) Der in Schritt (11) entstanden Ring wird über den Ring des großen Bauteils geklemmt. Anschließend legt man das Bauteil so auf den Plastikteller, dass man mit Bleistift den inneren und den äußeren Ring auf den Teller skizzieren kann. Der skizzierte Plastikring wird ausgeschnitten und entsprechend der Skizze von Innen in den Ring aus Schritt (11) mit Heißkleber geklebt - fertig ist der Diffusor.
(13) Der Diffusor kann nach dem Trocknen auf das große Bauteil aufgesteckt werden, fertig ist der Ringblitz.
Ausleuchtung
Links oben: Reduzierte Blitzleistung (die Abschattung oben ist baubedingt, hier könnte der Blitz noch optimiert werden)
Links unten: Volle Blitzleistung
Rechts oben: ZD 40-150mm, 150mm, Raynox DCR 250, TTL-Mode
Rechts unten: ZD 40-150mm, 70mm, Raynox DCR 250, TTL-Mode, woher die Abschattungen in den linken Ecken kommen, ist mir nicht ganz klar.
Testfotos
Die folgenden Testfotos sind mit dem ZD 40-150mm oder dem ZD 70-300mm in Kombination mit dem Raynox DCR 250 (vereinzelt dem Marumi 3dpt) und dem Ringblitz Adapter aufgenommen. Alle Aufnahmen sind frei Hand entstanden und sollen lediglich demonstrieren, wie sich der Ringblitz in Alltagssituationen schlägt.
Fazit
Viel Spass beim Basteln und beim Fotografieren mit eurem Ringblitz. Wie oben geschrieben - über Rückmeldungen würde ich mich sehr freuen!